Pastors Blog "Impulse"

Impuls 22.05.2020

„Herr, ich kann nicht mehr, lass mich sterben!“

Zu allen Zeiten gab es Menschen, die aufgeben wollten. Wo der eigene Tod vielleicht mehr als nur eine Option ist. Ich erzähle Dir heute von einem Mann Gottes, dem es so erging. Aber zuerst, niemand sollte sagen: ‚Das kann einem Gott-gläubigen Menschen nicht passieren. So darf man doch nicht denken. Und vor allem nicht sagen.‘  Bitte, bitte, sag so was nie!!!

Elias Umstände waren für ihn in seinen Augen komplett zerfahren. Er erscheint ausweglos verbittert: ‚Ich habe mich leidenschaftlich für Dich eingesetzt, Gott! … Die Leute, denen ich diente, waren so undankbar. Sie haben nicht nach Dir gefragt und machen alles und jeden kaputt. Und jetzt wollen sie auch noch mich umbringen.‘

 

Fehlt nur noch der Vorwurf: ‚Und du, Gott, guckst bei dem ganzen Treiben zu! Nicht mal auf dich kann ich mich verlassen.‘  Übrigens: Elia befand sich angesichts seiner Verfolger auf der Flucht. Ihm stand das Wasser nicht nur bis zum Hals.

Vielleicht kannst Du so eine Lage zumindest ansatzweise nachvollziehen. Dermaßen ausweglos, dass Worte und Diskussionen gar nichts bringen. Auch Gott kam nicht auf die Idee: ‚Elia, komm doch mal runter… Ich erkläre es Dir noch mal.‘ Gott ist kein Gott guter Worte und kluger Sätze. Zumindest nicht zuerst. Zuerst ist er ein Gott, der gut-tut. Und der durch Gutes tun ‚spricht‘!  

Der Reihe nach: Elia schläft unter einem Gisterstrauch ein. Wahrscheinlich vor Erschöpfung nach den turbulenten Wochen. Gott kam in Gestalt eines Engels zu ihm, weckte ihn und sagte: „Steh auf und iss!“ Der Engel hatte vorher ein kleines Picknick angerichtet! Elia aß und trank und schlief wieder ein (wofür lohnt es sich denn, wach zu bleiben?). Wieder weckte ihn der Engel mit denselben Worten und schloss an: „Du hast einen weiten Weg vor dir!“

An dieser Stelle verlasse ich Elia. Natürlich wäre es spannend, zu sehen, wie sein Weg weiterging…

Folgendes hebe ich für heute hervor: 1. Wie gesagt: Es gibt ausweglose Situationen. Kein Mensch scheint davor gefeit. 2. Wie gut ist ein Reset! Einfach mal einschlafen. Ich denke, irgendwann holt sich jeder Körper dieses Recht. 3. Gottes Botschaft (durch welchen ‚Engel‘ auch immer): ‚Stärke Dich in diesem Moment. Ich bin da und habe etwas für Dich vorbereitet. Du brauchst erst mal nur diesen Tag zu leben‘. 4. Elia lebt nämlich nicht durch seinen (beruflichen) Einsatz und seinen Erfolg. Der ist brüchig, hat er erfahren. Er könnte jedoch aus dem leben, was Gott ihm heute gibt! Vielleicht sollte man daraus als Prinzip schlussfolgern, dass das morgen nicht anders sein muss! 5. Langfristiges und zielorientiertes Denken ist nicht verkehrt. Im Gegenteil! Aber Elia gründete sich darauf: Ich leiste, ich tue so viel Gutes (und das auch noch für Gott)… und das wird nicht honoriert. Das wird alles doch sowieso nichts. Leistungsprinzip kann funktionieren, macht aber den Menschen innerlich kaputt. Elia wurde ein verbitterter und lebensmüder Mensch. 6. Ich vermute stark, dass Gott gerne Elias Denk- und Lebensmuster durchbrechen wollte: ‚Lebe jeden Tag in der Begegnung mit mir. Lass dich durch mich stärken. Und dann leben wir (du und ich, Gott) und daraus entwickeln sich die neuen Perspektiven für die Zukunft. Nicht aus deiner Leistung, sondern aus meiner Gegenwart und aus deiner Abhängigkeit von mir.‘

Ich wünsche Dir das, wenn Du einmal in ausweglos erscheinenden Lagen sein solltest. Es ist die Chance, seine Lebensmuster zu überdenken. Und dass Du dann Deinen persönlichen ‚Reset-Punkt‘ findest. Und erlebst, dass Gott an Deiner Seite ist und Du auf seine Seite trittst: Stärke Dich, Du hast einen weiten Weg vor Dir!

Uwe Klüter  

(Begebenheit nachzulesen in der Bibel, 1. Buch der Könige, Kapitel 19)

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