Pastors Blog "Impulse"

Impuls 10.05.2020

Die Letzten werden die Ersten sein…

Ein besonderes Angebot beim Discounter – früh aufstehen – vor der Öffnungszeit als Erster an der Ladentür – dahinter (etwas später) eine lange Menschenschlange. Die Tür wird geöffnet. Alle stürzen rein. Wo ist er nur, der Tisch mit der begehrten Ware? Nirgends zu sehen. Plötzlich eine Ansage: „Die Digitalkameras gibt es nur an den Kassen.“ Alle rennen wieder los. Bloß ich hatte jetzt keine gute Startposition mehr. Beim Bezahlen angekommen, musste ich mich hinten anstellen!!! Würde ich noch ein so begehrtes Teil ‚schießen‘ können? Mein Puls stieg rasend an.

 

Plötzlich eine Ansage einer Kundin vorne an der Kasse: „Herr Klüter, ich kenne Sie doch. Kommen Sie, ich lasse Sie vor.“ Ich weiß bis heute nicht, ob ich mich freuen sollte oder ob das mega peinlich war… Damals egal: Ich wurde in jenen Sekunden stolzer Besitzer meiner ersten Digitalkamera!

Bescheidenheit gehört vermutlich nicht zu meinen ausgewiesenen Stärken. Menschen, die mich gut kennen, könnten davon Stories erzählen. Auch solche, die mit ‚peinlich‘ oder ‚fremdschämen‘ zu tun haben.

Gleich eine Story, die Jesus zu seiner Zeit erzählt hat. Der Anlass: eine Jagd auf die besten Plätze.  ‚Du bist auf einer Hochzeit eingeladen. Setz dich nicht gleich auf einen der Ehrenplätze. Es könnte sein, dass die nicht für dich vorgesehen sind, sondern für jemand Vornehmeres. Dann käme der Gastgeber und würde Dich auffordern, hinten Platz zu nehmen. Besser: Eingeladen – sich auf den letzten Platz setzen – Gastgeber: „Komm, rücke auf, nimm weiter oben Platz“.‘

Das hat auch etwas mit ‚peinlich‘ zu tun, aber auch mit ‚geehrt‘. Eigentlich wissen wir doch, wie man‘s macht. Aber wenn es was (auch immer) abzugreifen gibt, dann würde ich doch lieber… nicht auf andere angewiesen sein. Wozu hat Gott meinen Körper schließlich mit Ellenbogen erschaffen?

Mit dieser Geschichte soll ich bei Jesus etwas lernen: Es geht ums Prinzip! Nämlich das von Gott (das Jesus dieses in den Genen hatte, beschrieb ich bereits in den vergangenen Tagen). Bei Gott hat der Hochmut, auch der falsche Schein, keinen ‚Platz‘. Gott weist jedem seinen angemessenen Platz zu. Und er liebt es, demütige Menschen zu erheben und hochmütige zurechtzuweisen.

Besonders ärgerlich dabei, dass Jesu Erzählung zuerst die Menschen im Blick hatte, die sich für besonders fromm hielten. Sind das vielleicht mit die Schlimmsten?

Mir fällt das alles nicht so leicht. Aber ich will anfangen. Als erstes vertraue ich ja Gott, von dem ich wirklich denke, dass er es gut mit mir meint. So dass ich nicht zu kurz komme. Und dann denke ich, ich breche mir doch keinen Zacken aus der Krone, wenn ich anderen den Vortritt lasse, sie ehre, hervorhebe, umarme, und nicht mich. Und verstehe, dass ich Ellenbogen habe als Gelenk inmitten meiner Arme, damit z.B. meine Hände…

Uwe Klüter  

(Bibeltext nachzulesen im Lukasevangelium, Kapitel 14, Verse 7-11)

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